menu

Indische Scharrelaar
Coracias benghalensis
species of Coraciidae

ad.
juv.

Die inneren Handschwingen und die äußeren Armschwingen der Hinduracke sind an der Basis der Außenfahne türkis-hellblau gefärbt. Diese Färbung kann nach oben ins weiße verlaufen, mündet dann aber abgegrenzt in ein tiefes, sattes Blau in der oberen Hälfte der Außenfahne. Die Innenfahne zeigt im Bereich des Kiels ebenfalls eine blaue Färbung, geht jedoch über in eine graubraun. Die Basis der Innenfahne ist weiß aufgehellt. In den äußeren Handschwingen verringert sich die hellblaue Basis der Außenfahne distal bis sie - meist auf H6 - vollständig verschwunden ist. Dafür bildet sich eine distal vergrößernde, hellblaue Fläche im oberen Teil der Feder. Diese zieht sich über beide Fahnen der Handschwinge und läuft auf der Innenfahne ins Weiße aus. Darüber findet sich eine tiefblaue, teilweise auch türkisfarbene Spitze. Oft sind Hand- und Armschwingenspitzen abgenutzt und weisen daraufhin eine graubraune Färbung auf. Die inneren Armschwingen verlaufen aus dem Blau über ein Türkis in einen beigefarbenen Grundton auf den Schirmfedern mit einem leichten, grün-bläulichen Saum an der Basis.

Die Steuerfedern S2-6 besitzen ebenfalls eine tiefblaue Färbung mit einerm graubraunem Saum auf der Innenfahne. Im oberen Teil zieht sich ein hellblaues Subterminalband quer über die Feder, welches sich nach außen verbreitert. Die S1 ist gänzlich anders gefärbt, weißt nämlich eine blass-dunkelgrüne Grundfärbung auf, welche zur Basis in ein Dunkelblau übergeht.

Die Geschlechter können nicht anhand des Gefieders unterschieden werden. Weibchliche Hinduracken scheinen lediglich etwas kleiner zu sein (vgl. Fry & Fry 1999. Kingfishers, Bee-Eaters & Rollers.). Wie bei anderen Racken sind juvenile Vögel etwas matter gefärbt. Im Vergleich zu vielen anderen Racken fehlen die verlängerten Schwanzspieße an den äußeren Steuerfedern.

Beschreibung der Unterarten

  • C. b. indica
    Diese Unterart ist etwas kleiner als die Nominatform. Die Oberflügeldecken unterscheiden sich durch ein intensives dunkelblau. Grüne Färbungen im Gefieder fehlen.
  • C. b. affinis
    Die beige-braune Färbung fehlt und ist ersetzt durch ein grauen violett. Die blauen Bereiche der Armschwingen sind deutlich grüner gefärbt. Der Rücken ist hellgrün.
feather number longest
primary 10 per wing 152.5 - 157.0mm n=4
P8 (25%) P7 (75%)
secondary 13 per wing 120.0 - 126.0mm n=4
S2 (25%) S1 (75%)
retrix 12
129.0 - 141.5mm n=3
R4 (67%) R6 (33%)
do_not_translate_yet:measurements_remarks.title

do_not_translate_yet:measurements_remarks.number_of_individuals n

do_not_translate_yet:measurements_remarks.selection_of_individuals

do_not_translate_yet:measurements_remarks.method_title

do_not_translate_yet:measurements_remarks.method

do_not_translate_yet:measurements_remarks.percentage_title

do_not_translate_yet:measurements_remarks.percentage

ad.
ad.
ad.
ad.

country allocations

Roller birds

characteristics

Die Hinduracke ist ein farbenfroher Vogel, mit einer Körperlänge von 32-34cm, damit ist die Art etwa so groß wie ein Eichelhäher (Garrulus glandarius). Aufgrund der Ähnlichkeit zu der Art wird sie umgangssprachlich auch "Blauer Eichelhäher" genannt. Ihr Gewicht schwankt zwischen 110 und 160g, und sie besitzt eine Flügelspannweite von 65-74cm.
Die maximale Lebenserwartung in freier Wildbahn ist nicht erforscht - in Gefangenschaft werden diese Racken max. 8-9 Jahre alt.

Große Teile des Gefieders weisen eine türkisfarbene bis blaugrüne Färbung auf - wie die Oberseite des Kopfes, die unteren Flügel, sowie die Außenränder der Flügel und das Steuer. Am Kopf zeichnet sich außerdem ein deutlich rötlich gefärbter Augenring ab, die Augen sind dunkel. Der Nacken hat eine violette Tönung, die Schultern sind blau. Kehle, Wangen und Teile der Brust sind violett gestrichelt und türkisfarben getönt. Der Rücken der Hinduracke ist braun gefärbt. Auffällig ist auch der kräftige, schwarz getönte Schnabel, dessen oberer Teil zur Spitze hin hakenförmig gebogen ist. Die mandelförmigen Augen sind dunkel und von einer orangefarbenen Hautregion umgeben, der mächtige Hakenschnabel ist dunkel hornfarben. Die kurzen Füße und die Zehen sind hellgelb.
Bei dieser Art ist kein Geschlechtsdimorphismus erkennbar. Die Jungvögel sind anhand ihres bräunlichen Jugendkleides zu unterscheiden. Nicht ausgefärbte Jungvögel sind bedeutend blasser und eher olivgrün gefärbt. Die leuchtend blaue Kopfplatte ist bei ihnen grünlich.

Die Hinduracke kann in ihrem Verbreitungsgebiet mit keinem anderen Rackenvogel verwechselt werden. Bei der insgesamt ähnlichen Blauracke ist die gesamte Kopf-, Nacken- und Halspartie türkisfarben, die Arm und Handschwingen sind durchgehend schwärzlichbraun. Der Dollarvogel (Eurystomus orientalis) ist großköpfiger als die Hinduracke und smaragdgrünlich gefärbt; sein mächtiger Schnabel ist leuchtend orange.

Der raue Ruf der Hinduracke ähnelt dem eines Kolkraben (Corvus corax). Sie ist aber auch in der Lage eine Vielzahl anderer Töne und metallisch klingende Laute einzubinden. Als typischer Terriotorialruf oder Aggressionslaut wird häufig ein wiederholtes, immer lauter werdendes und aufsteigendes „Kearsch“ verwendet. Die Kontaktrufe sind oftmals einsilbig „Check“ oder länger und heiser „Tschuw“.

habitat

Die Hinduracke gilt als "die typische Vogelart" Süd-Indiens.
Hinduracken besiedeln aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes viele verschiedene Lebensräume. Bevorzugt werden offene Landschaften mit geringem Gehölzbewuchs wie Palmenhaine, Plantagen, lichte Laubwälder, Weiden, Parks, Akaziensavannen sowie Bestände von Mesquite-Sträuchern.
Da sie vielerorts nicht bejagt werden, sind Hinduracken wenig scheu und besiedeln als Kulturfolger auch Dörfer und Städte.
In Süd-Indien besiedelt diese Racke alle Arten von Grasland, kultivierten Landschaftstypen und lichten Wäldern - nur geschlossene Wälder werden von der Art dort gemieden. Im Oman sind sie die Vögel der Grüninseln in Kreisverkehrszonen; fast jede größere Kreisverkehrsbereich scheint ein residentes Paar zu beherbergen.

Die Hinduracke ist vor allem ein Ansitzjäger. Hat sie ein potentielles Beutetier am Boden erspäht, lässt sie sich in einem Gleitflug fallen und schlägt die Beute am Boden. Die Beutetiere werden meist an Ort und Stelle verzehrt, oft, nachdem sie durch mehrmaliges Schlagen gegen ein hartes Objekt getötet wurden. Größere Tiere werden zerteilt und stückweise gefressen. Als Ansitzwarten dienen meist höhere Bäume, im Siedlungsbereich werden aber auch Stromleitungen, Dachgiebel, Schornsteine und Ähnliches genutzt. Von dort aus verharrt die Hinduracke still und hält nach fliegenden Beutetieren Ausschau. Sichtet sie potentielle Beute, so wird diese im Flug erlegt und an Ort und Stelle verzehrt.
Neben dieser Ansitzjagd jagen Hinduracken oftmals wie Krähen zu Fuß, häufig folgen sie Landmaschinen, um die aufgescheuchten Insekten und Wirbeltiere einzusammeln. Flugjagden sind selten, kommen aber vor. Manchmal rütteln Hinduracken über einem vermuteten Beutetier und stoßen danach falkenartig auf dieses herab. Hinduracken folgen, ähnlich wie verschiedene Arten von Bienenfressern (Merops sp.), Waldbränden und Buschfeuern ganz nahe der Brandränder um die flüchtenden Beutetiere abzufangen. In manchen Regionen Sri Lankas werden sie deshalb "Vögel die Feuerrauch einatmen" genannt.
Ungewöhnlich unter den Rackenvögeln ist die Jagd nach kleinen Fischen, insbesondere nach Fischbrut: Aus einem Rüttelflug stoßen sie auf die Wasseroberfläche nieder und tauchen dabei manchmal zur Gänze unter.
Häufiger wird auch beobachtet, dass Hinduracken aus dem normalen Flug heraus ins Wasser eintauchen. Fälschlicherweise wurde dies früher als Jagdverhalten interpretiert, ist aber das gewöhnliche Badeverhalten des Vogels.
Die Art ernährt sich von Amphibien, Reptilien, kleinen Säugetieren, kleinen Vögeln, Fischen (bzw. Fischlaich) und Insekten - wobei Insekten i.d.R. den Hauptanteil der Nahrung ausmachen.

Hinduracken werden am Ende ihres ersten Lebensjahres geschlechtsreif, ob dies jedoch das regelmäßige Bruteintrittsalter ist, ist nicht bekannt.
Die Balz ist durch laute Rufreihen, Verfolgungsflüge, wechselseitige Verbeugungsrituale, besonders aber durch imposante Schauflüge des Männchens gekennzeichnet. Dabei steigt es etwa 200 Meter auf, lässt sich dann unter andauerndem Rufen abrupt fallen und dreht und überschlägt sich im Fallflug. Von diesen Flugkunststücken stammt die englische Bezeichnung "Roller" für Rackenvögel.
Neststandorte sind entweder natürliche Baumhöhlen wie Höhlen großer Spechtarten, ausgefaulte Palmenstümpfe oder sonstige Höhlen, Halbhöhlen oder Nischen unter Dachrinnen, in Gemäuern oder Felsen.
Auf eine einfache Unterlage aus Federn, Grashalmen, Holzstückchen, Nahrungsresten und allerlei Zivilisationsabfällen legt das Weibchen 2-5 rein weiße Eier - das Weibchen übernimmt auch den Hauptteil der Brutaufgabe. Die Brutdauer beträgt etwa 17-20 Tage. Die Küken werden nach dem Schlupf von beiden Elternteilen mit Insekten versorgt, und sind nach etwa 30-32 Tagen sind sie flügge.
Frische Gelege werden zwischen Januar (Kerala) und Mai (Myanmar) gefunden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman beginnen die meisten Bruten im April.

Die wenig sozialen Hinduracken leben einzeln oder in Paaren. Nur selten - vor allem bei saisonal auftretendem Nahrungsüberschuss oder während der Zugbewegungen - kann man sie in kleinen Gruppen beobachten. Sie behaupten während des gesamten Jahres - besonders nachdrücklich jedoch während der Brutzeit - Territorien, deren Grenzen regelmäßig in einem langsamen, niedrigen Patrouillenflug abgeflogen werden. Besonders aggressiv verteidigen Hinduracken die unmittelbare Umgebung des Nistplatzes. In diesem Bereich kann es vorkommen, dass auch Menschen direkt attackiert werden.

Hinduracken sind generell Standvögel, mancherorts sind sie saisonalen Wanderungen unterlegen. Vor allem Jungvögel scheinen weiträumig umherzustreifen. Im Oman kommt diese Rackenart während des ganzen Jahres vor, ist aber im Winterhalbjahr wesentlich häufiger als im Sommer - woher die zuziehenden Vögel stammen, ist nicht bekannt.

distribution

Die Hinduracke ist in weiten Teilen Süd-Asiens und Südost-Asiens verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Ostküste des Persischen Golfes und einigen Verbreitungsinseln im Osten der Arabischen Halbinsel (Oman, Vereinigte Arabische Emirate) ostwärts über den Südiran, das südliche Pakistan sowie fast den gesamten Indischen Subkontinent bis an die Küste des Südchinesischen Meeres. Besiedelt sind auch Sri Lanka, die Malediven, die Lakkadiven sowie Hainan. Nach Norden hin erreicht das Verbreitungsgebiet der Hinduracke die Südabdachung des Himalajas in Nepal und Sikkim.

Die Hinduracke (C. benghalensis) kommt in drei Unterarten vom Osten der arabischen Halbinsel bis Nordost-Indien, in Südindien sowie Sri Lanka und von Nordost-Indien bis zum zentralen Südchina sowie Nord-Malaysia und Indochina vor:

  • Coracias benghalensis benghalensis: Kommt von der östlichen Hälfte der arabischen Halbinsel bis Nordost-Indien vor.
  • Coracias benghalensis indicus:Bewohnt Süd-Indien und Sri Lanka.
  • Coracias benghalensis affinis:Besitzt ihr Verbreitungsgebiet von Nordost-Indien bis ins südlich-zentrale China, die nördliche Malaiische Halbinsel und Indochina.

remarks

Die IUCN / Birdlife International stuft die Hinduracke als "LC = Least Concern" - also als "Nicht Bedroht" - ein.
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Hinduracke in einigen Ländern ihres riesigen Verbreitungsgebietes teils unkontrolliert bejagt wird(z.B. Indonesien).

conservation status

  • CITES
    not listed
  • Regulation (EG) Nr. 865/2006
    not listed
  • German Federal Nature Conservation Act §44
    not listed