Otus
Scops Owls

triviale naam Letenschappelijke benaming
Sipora-dwergooruil Otus bakkamoena
Gestreepte Dwergooruil Otus brucei
Gekraagde Dwergooruil Otus lempiji
Rosse Dwergooruil Otus rufescens
Dwergooruil Otus scops
Japanse Dwergooruil Otus semitorques
Afrikaanse Dwergooruil Otus senegalensis

Die Zwergohreulen (Otus) sind eine Gattung der Eigentlichen Eulen (Strigidae). Diese enthält etwa 50 Arten, die allesamt in Eurasien, Afrika und mit einer Art auch im Übergang von Südost-Asien in das Einzugsgebiet Australiens vorkommen. Die größte Artenvielfalt besteht in der indomalaiischen Region, wo sich sehr viele Inselarten herausgebildet haben.

Die Zwergohreulen Gattung Otus sind kleine bis mittelgroße Vögel mit maximal 28 Zentimetern Körperlänge. Die kleinsten Arten wiegen um die 50 g, die schwersten etwas über 300 Gramm.
Alle Arten sind unauffällig, meist rindenfarben graubraun oder braun gefärbt; die Bauchseite ist bei vielen Arten deutlich dunkel längsgestrichelt. Einige Arten zeigen unterschiedliche (meist rötlichbraune oder graubraune) Farbmorphen. Die bei allen Arten vorhandenen Federohren stehen weit auseinander; bei einigen Arten enden sie stumpf, sodass der Kopf ein gehörntes Aussehen erhält. Die Federohren sind je nach Art unterschiedlich lang und werden häufig angelegt, sodass einige Arten als ohrlos bezeichnet werden. Alle Zwergohreulen weisen einen Gesichtsschleier auf, dessen Randbegrenzung mehr oder weniger deutlich ist. Bei einigen Arten sind die Beine bis zu den Zehen befiedert, bei anderen hingegen weitgehend federlos.
Die meisten Zwergohreulen sind nachtaktive Jäger großer Fluginsekten. Wirbeltiere wie Mäuse, Spitzmäuse, Vögel, Reptilien und Amphibien werden seltener und nur von den größeren Arten regelmäßig erbeutet, spielen aber als Gelegenheitsbeute bei allen Arten eine gewisse Rolle. Einzelne Arten haben sich auf nächtlich jagende Geckos spezialisiert.
Die meisten Zwergohreulen sind Standvögel. Außer der Eurasischen Zwergohreule ziehen auch die nördlichen Populationen der Streifen-Zwergohreule (Otus brucei), der Japan-Halsbandeule (Otus semitorques) sowie jene der Orient-Zwergohreule (Otus sunia). Kleinräumige Wanderungen sowie vertikale Ausgleichsbewegungen werden aber auch von anderen Arten berichtet.
Soweit bekannt sind Zwergohreulen überwiegend Höhlenbrüter; sie nutzen Natur- oder Spechthöhlen als Nistgelegenheit. Bei wenigen Arten sind Bruten in Gebäuden, sowie die Verwendung von Greifvogel- oder Krähennestern als Nistunterlage bekannt.

Die Lebensräume der Zwergohreulen sind sehr vielfältig; locker baumbestandene Landschaftsstrukturen unterschiedlichster Art scheinen für die meisten Arten dieser Gattung jedoch am attraktivsten zu sein. Einige Arten bevorzugen trockene Habitate und dringen bis in die Randgebiete von Wüsten vor. Die ostasiatischen Zwergohreulen dagegen sind auch Bewohner tropischer Wälder. Aber auch diese meiden meist dichte Waldbestände und bevorzugen offene Waldregionen, Störzonen nach Holzeinschlag, Bränden oder Sturmereignissen, sowie die Randgebiete der Wälder. Auch flussbegleitende Gehölze werden von vielen tropischen Arten bevorzugt besiedelt. Häufig werden auch stark anthropogen gestaltete Landschaftsstrukturen wie Kautschuk- oder Obstplantagen, Friedhöfe oder große Parks als Lebensräume genutzt. Für einige Arten bilden auch die Kokospalmensäume entlang der tropischen Küsten geeignete Lebensräume.
Die Arten der Gattung Otus kommen sowohl in Tieflandgebieten als auch in montanen Regionen vor. So brütet zum Beispiel die Manado-Zwergohreule (Otus manadensis) in Parkanlagen und in den Randbereichen vieler Küstenstädte Sulawesis ebenso wie in den Bergnebelwäldern in Höhen von über 2500 Metern.

Je nach wissenschaftlicher Auffassung umfasst die Gattung Otus zwischen 43 und 51 Arten. Bei einigen Inselarten des Sundaarchipels und der Komoren ist der Artstatus unklar.
Gemeinsam mit den Gattungen Megascops, Macabra, Pyrroglaux, Gymnoglaux, Psiloscops und Mimizuku bildet Otus innerhalb der Unterfamilie Striginae die Tribus Otini. Die monotypischen Gattungen Pyrroglaux, Gymnoglaux, Mimizuku sowie die beiden Arten der neuen Gattung Ptilopsis wurden erst kürzlich von Otus getrennt. Die Trennung der Gattung Mimizuku von Otus wurde 2011 durch eine genetische Studie revidiert und die Rotohreule 2012 von der "International Ornithological Union" in die Gattung Otus zurückgestellt. Auch die früher den Zwergohreulen zugeordneten Kreischeulen der Nearktis und Neotropis sind genetisch bereits weit von der Gattung Otus getrennt und werden in der Gattung Megascops zusammengefasst.
Die nearktische Ponderosa-Zwergohreule (Otus flammeolus) ist nach neuesten DNA-Untersuchungen weder mit Otus noch mit Megascops sehr nahe verwandt. Sie bildet nun die monotypische Gattung Psiloscops. Einige der Unterarten der Hindu-Halsbandeule (Otus bakkamoena) könnten selbstständige Arten sein. Laut KÖNIG und WEICK (2008) zählen 51 Arten zur Gattung Otus:

  • Flores-Zwergohreule (Otus alfredi);
  • Hindu-Halsbandeule (Otus bakkamoena);
  • Nicobaren-Zwergohreule (Otus alius);
  • Angelina-Zwergohreule (Otus angelinae);
  • Andamanen-Zwergohreule (Otus balli);
  • Beccari-Zwergohreule (Otus beccarii);
  • Raja-Zwergohreule (Otus brookii);
  • Streifen-Zwergohreule (Otus brucei);
  • Anjouan-Zwergohreule (Otus capnodes);
  • Sangihe-Zwergohreule (Otus collari);
  • Schmuck-Zwergohreule (Otus elegans);
  • Enggano-Zwergohreule (Otus enganensis);
  • Palawan-Halsbandeule (Otus fuliginosus);
  • Hartlaub-Zwergohreule (Otus hartlaubi);
  • Gelbschnabel-Zwergohreule (Otus icterorhynchus);
  • Seychellen-Zwergohreule (Otus insularis);
  • Sokoke-Zwergohreule (Otus irenae);
  • Sunda-Zwergohreule (Otus lempiji);
  • Halsband-Zwergohreule (Otus lettia);
  • Luzon-Zwergohreule (Otus longicornis);
  • Lombok-Zwergohreule (Otus jolandae);
  • Molukken-Zwergohreule (Otus magicus);
  • Manado-Zwergohreule (Otus manadensis);
  • Philippinen-Zwergohreule (Otus mantananensis);
  • Philippinen-Halsbandeule (Otus megalotis);
  • Mentawai-Zwergohreule (Otus mentawi);
  • Mindoro-Zwergohreule (Otus mindorensis);
  • Mindanao-Zwergohreule (Otus mirus);
  • Mohéli-Zwergohreule (Otus moheliensis);
  • Komoren-Zwergohreule (Otus pauliani);
  • Pemba-Zwergohreule (Otus pembaensis);
  • Rötliche Zwergohreule (Otus rufescens);
  • Madagaskar-Zwergohreule (Otus rutilus);
  • Weißstirn-Zwergohreule (Otus sagittatus);
  • Zwergohreule (Otus scops);
  • Japan-Halsbandeule (Otus semitorques);
  • Afrika-Zwergohreule (Otus senegalensis);
  • Siau-Zwergohreule (Otus siaoensis);
  • Wallace-Zwergohreule (Otus silvicola);
  • Gefleckte Zwergohreule, Fuchseule (Otus spilocephalus);
  • Orient-Zwergohreule (Otus sunia);
  • Simeulue-Zwergohreule (Otus umbra);
  • Serendib-Zwergohreule (Otus thilohoffmanni);
  • Stresemann-Zwergohreule (Otus stresemanni);
  • Torotoroka-Zwergohreule (Otus madagascariensis);
  • Mayotte-Zwergohreule (Otus mayottensis);
  • Arabien-Zwergohreule (Otus pamelae);
  • Socotra-Zwergohreule (Otus socotranus);
  • Wetar-Zwergohreule (Otus tempestatis);
  • Sula-Zwergohreule (Otus sulaensis);
  • Kalidupa-Zwergohreule (Otus kalitupae);
  • Singapur-Zwergohreule (Otus cnephaeus);
  • (Ponderosa-Zwergohreule- (Otus flammeolus) - bei KÖNIG&WEICK bildet sie die monotypische Gattung Psiloscops).

Zwergohreulen sind in Afrika mit Ausnahme der Wüstengebiete und des Regenwaldgürtels, im südlichen Europa sowie in Zentral-, Süd- und Südostasien verbreitet. Die Gattung fehlt in Zentral- und Nordeuropa sowie weitgehend in der borealen Zone Asiens. Am weitesten nach Norden dringen die Eurasische Zwergohreule und die Orient-Zwergohreule vor, deren nördlichste Siedlungsräume am Südrand der Taiga, beziehungsweise in flussbegleitenden Gehölzen auf Sachalin liegen. In Nord- und Südamerika sowie in Australien ist die Gattung Otus nicht vertreten.
Viele Arten sind in sehr kleinen Gebieten oder auf Inseln endemisch. Sehr große, zusammenhängende Areale werden von der Eurasischen Zwergohreule (Otus scops), der Orient-Zwergohreule (Otus sunia), der Streifen-Zwergohreule (Otus brucei), der Halsband-Zwergohreule (Otus lettia), der Hindu-Halsbandeule (0tus bakkamoena) und der Afrika-Zwergohreule (Otus senegalensis) bewohnt.



Quelle:
Die Gattung Otus bei Wikipedia

vergelijk van vleugel- en staartopbouw