Jynx
Wrynecks

trivial name latin name
Eurasian Wryneck Jynx torquilla

Die Gattung Jynx (Wendehälse) besteht aus zwei Arten, die sich einander sehr ähnlich sind.
Beide Arten bewohnen ausschließlich die Alte Welt.
Der Wendehals und auch der Rotkehl-Wendehals bevorzusagen fast ausschließlich Ameisen als Nahrungsquelle. Diese werden vornehmlich am Boden gesammelt, seltener auch an Baumstämmen.

Beide Wendehalsarten (Jynx torquilla und Jynx ruficollis) sind als einzige Spechte in der Lage, ihren Hals um bis zu 180 Grad herum zu drehen, und quasi über den Rücken direkt nach hinten zu schauen.
Diese bemerkenswerte, anatomische Besonderheit wird nur noch durch die Eulen (Ordnung Strigiformes) übertroffen, innerhalb derer viele Arten ihren Kopf um bis zu 270 Grad herumdrehen können.
Aufgrund dieses "Halswendens" erhielten die beiden Arten der Gattung Jynx auch ihre Trivialnamen - Wendehals bzw. Wryneck.

Die beiden Arten der Gattung Jynx sind Bewohner halboffener und offener, warmer Trockenregionen.
Die Bruthöhlen werden von beiden Wendehals-Arten nicht selbst gebaut - ihre Schnäbel sind wesentlich kürzer als die anderer Spechtarten -, sondern es werden schon vorhandene Höhlen anderer Spechtarten, natürlich entstandene Höhlen, oder auch Brutröhren von Uferschwalben (Riparia species), Eisvögeln (Alcedo species) oder Bienenfressern (Merops species) zur Brut genutzt.
Auch Nistkästen oder andere, höhlenartigen Strukturen werden gerne angenommen.
Sind die Bruthöhlen schon durch andere Vogelarten besetzt, werden die vorhandenen Nester samt Eier/Jungvögel radikal entfernt, die adulten, artfremden Vögel werden vertrieben.

Wird ein verletzter Wendehals aufgenommen, bzw. ein Individuum zur Beringung aus dem Fangnetz genommen -, so stellt sich dieser häufig tot, indem er total erschlafft und sich hängen lässt - ebenso wie eine gefangene Ringelnatter in der Hand -, in der Hoffnung, einfach losgelassen und nicht mehr beachtet zu werden, um so dem vermeintlichen Feind zu entgehen..
Auch dieses Verhalten beherrschen sowohl der Eurasische Wendehals (Jynx torquilla) als auch der Rotkehl-Wendehals (Jynx ruficollis).
Beide Wendehals-Arten besitzen - ebenso wie alle anderen Spechtarten - lange und klebrige Zungen zum Aufsammeln der Ameisennahrung.

Das Groß- und Kleingefieder beider Arten der Gattung Jynx ist kryptisch in verschiedenen Braun- und Grautönen gehalten, ähnlich den Waldschnepfen (Scolopax species) und den Nachtschwalben (Caprimulgus species) sowie den Zwergohreulen (Otus species).
Bei Jynx torquilla ist das Gefieder auf der Seite des Rückens mitsamt Schwanz und Flügeln recht einheitlich kryptisch gefärbt, während Brust, Bauch, Flanken und Unterschwanzdecken sandfarben mit braunen und schwarzen Sprenkeln/Stricheln ist .
Bei Jynx ruficollis hingegen ist das Gefieder insgesamt rötlicher, und die Brust ist kräftig rostrot gefärbt.
Die Steuerfedern beider Arten sind weich, länglich und abgerundet - entgegen der Steuerfedern der meisten anderen Spechtarten. Hier sind die Steuerfedern dreieckig und sehr starr und steif sowie stabil, um sich bei der Nahrungssuche und der Bearbeitug von Holz zum Höhlenbau und zur Nahrungssuche am Baumstamm abstützen zu können.

Es sind recht zahlreiche Hybriden zwischen dem Eurasischen Wendehals (J. torquilla) und dem Rotkehl-Wendehals (J. ruficollis) bekannt.

Hier eine Übersicht beider Arten samt Unterarten und Rassen:

  • Der Wendehals (J. torquilla) bewohnt die nördliche Hemisphäre der Alten Welt in insgesamt sechs Unterarten - von Europa und Nordafrika ostwärts bis Indien, Indochina, China und Japan, auch das Himalayagebirge wird nicht ausgelassen. Die meisten Populationen sind strenge Zugvögel, und überwintern im südlichen Afrika (Europäische, West-Asiatische sowie Nord-Afrikanische Individuen) sowie im Süd-Asiatischen Raum (vom Iran ostwärts bis auf den Indischen Subkontinent). Allerdings gibt es in Nordwest-Afrika wohl auch Populationen, die dort ganzjährig anzutreffen sind.
    Hier eine Übersicht der Unterarten mit der jeweiligen Verbreitung:
    • Jynx torquilla torquilla: Vorkommen in West-Europa ostwärts bis Südost-Asien und Japan; Europäische und West-Asiatische Populationen sowie Individuen des Nahen und Mittleren Ostens überwintern größtenteils im tropischen Afrika südlich der Sahara, die Asiastischen Populationen im südlichen Asien.
    • Jynx torquilla tschusii: Verbreitung in Italien, Sardinien, Korsika und die östliche Küstenregion der Adria; überwintert im tropischen Afrika.
    • Jynx torquilla mauretanica: Verbreitung in Nordwest-Afrika; überwintert sowohl als Jahresvogel in den Brutgebieten, als auch im tropischen Afrika - je nach Population und Winterklima.
    • Jynx torquilla himalayana: Bewohnt das nordwestliche Himalaya-Gebirge; überwintert in Süd-Indien in den Tiefebenen.
    • Jynx torquilla japonica: Bewohnt naturbelassene Regionen Japans, und überwintert in Süd- und Südost-Asien.
    • Jynx torquilla chinensis: Verbreitung in einigen Regionen Chinas, überwintert in Süd- und Südost-Asien.
  • Der Rotkehl-Wendehals (J. ruficollis) bewohnt gegenüber seinem engen Verwandten ausschließlich die Sub-Sahara-Zone Afrikas, und ist in den meisten Regionen seines Brutgebietes ganzjährig anzutreffen. Vom Rotkehl-Wendehals existieren vier Unterarten, allerdings besitzt die Nominatform J. r. ruficollis insgesamt sechs Rassen.
    • Jynx ruficollis ruficollis: Kommt von Südost-Gabun bis zur südlichen Demokratischen Republik Kongo,Ost-Uganda, Süd-Sudan, Nord-Angola und das östliche Südafrika vor.
      Hier die sechs Rassen von J. r. ruficollis:
      • Jynx ruficollis ruficollis - Ruficollis-Typ.
      • Jynx ruficollis ruficollis - Rougeoti-Typ.
      • Jynx ruficollis ruficollis - Pectoralis-Typ.
      • Jynx ruficollis ruficollis - Diloloensis-Typ.
      • Jynx ruficollis ruficollis - Striaticula-Typ.
      • Jynx ruficollis ruficollis - Cosensi-Typ.
    • Jynx ruficollis pulchricollis und Jynx ruficollis thorbeckei: Beide Unterarten bewohnen Südost-Nigeria und Kamerun bis zur nordwestlichen Demokratischen Republik Kongo, Süd-Sudan und Nordwest-Uganda.
    • Jynx ruficollis aequatorialis: Lebt in den Hochebenen Äthiopiens.
  • comparison of wing and tail configuration