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Bohemian waxwing
Bombycilla garrulus
species of Bombycillidae

ad.
immat. female

B. garrulus ist die einzige Seidenschwanz-Art, die in Deutschland vorkommt.
Männliche Seidenschwänze besitzen eine tendenziell kräftiger gelb gefärbte Spitze der Steuerfedern (Belege #245, #31). Die H1 ist jedoch bei beiden Geschlechtern recht blass. Generell lässt sich das Geschlecht bei einer einzelnen Feder nur schwer bestimmen. Die Armschwingen besitzen auch eine stark abgegrenzte weiße Außenfahnenspitze. Die A3-7, manchmal auch weniger besitzen eine wachsartige, rote Verlängerung des Federkiels. Diese ist auch bei Männchen stärker ausgeprägt als bei Weibchen.
Das Alter des Vogels lässt sich anhand der Handschwingen grob bestimmen. Juvenile Vögel besitzen weißlich-gelbe Spitzen auf den Außenfahnen. Mit zunehmendem Alter färben sich diese immer stärker gelb. Adulte Vögel besitzen außerdem eine deutlich abgegrenzte weiße Spitze auf der Innenfahne der Handschwingen. Diese ist bei #245 bereits ansatzweise zu erkennen. Bei sehr alten Männchen können sich auf den Steuerfedern ebenfalls rote Wachsplättchen bilden.

number longest lengths distribution of longest primary smallest individual biggest individual
primary 10 per wing 93.0 - 103.0mm n=24
P8 (100%)
2604
secondary 9 per wing 61.0 - 69.5mm n=24
S1 (63%) S2 (25%) S1=S2 (13%)
2380 2604
retrix 12
65.5 - 73.0mm n=24
R5 (25%) R4 (25%) R6 (13%) R2=R4 (8%) R4=R5 (8%) R3=R4 (4%) R2=R3 (4%) R1=R3=R4 (4%) R3 (4%) R4=R5=R6 (4%)
4531 3948
wing length1 hand-wing-index1,2 (HWI) primaries-index wing length/longest primary ratio hand-wing-index/primaries-index ratio
113 - 121mm n=13 34 - 39% n=12 31 - 35% n=24 no data available no data available
detailed information

The wing length is measured on the flattened and straightened wing ("maximum chord") from the carpal joint to the tip of the longest primary feather, the so-called "Kleinschmidt-method".

combined data from:
Avonet1: 113 - 121mm n=13

The hand-wing-index, introduced by Kipp 1959, is calculated as the ratio of the hand length (difference between the length of the longest primary and the first secondary) to the wing length.

combined data from:
Avonet1: 34 - 39% n=12,
The primaries-index is calculated as the ratio of the longest primary feather length to the first (outermost) secondary. It is the equivalent of the hand-wing index for feather measurements. The wing length/longest primary ratio is calculated as the ratio of the wing length to the length of the longest primary feather. The hand-wing-index/primaries-index ratio is calculated as the ratio of the hand-wing index to the primaries-index.
1 Tobias, J. A., et al. (2022). AVONET: morphological, ecological and geographical data for all birds.
2 Kipp, Friedrich A.: "Der Handflügel-Index als flugbiologisches Maß", erschienen in "Vogelwarte - Zeitschrift für Vogelkunde", 1959, Band 20, Heft 1



ad. female
specimens gallery

country allocations

Songbirds and kin

characteristics

Der Seidenschwanz erreicht eine Länge von ca. 19–23cm bei einer Flügelspannweite von 32–35.5cm und einem Gewicht von 50-60g.

Der recht kurze, kräftige Schnabel ist dunkel gefärbt, die Beine ebenso.
Auf dem Kopf besitzt der Seidenschwanz - ebenso wie seine beiden Schwesternarten - eine rostbeige gefärbte Haube.
Der Kopf, ein Teil des Rückens und der Brust-Bauch-Region besitzen ebenfalls diese rostbeige Grundfärbung, durchsetzt mit einem Steingrau-Ton.
Über dem Schnabel besitzt B. garrulus eine schwarze Augenmaske, die Kehle ist ebenfalls schwarz gefärbt. am Schnabel und am Haubenansatz besitzt der Seidenschwanz rostrote Farbanteile.
In der Bauchregion geht das Rostbeige in ein Steingrau über, während der Rücken ab der Flügelregion intensiver grau gefärbt ist.
Der Bürzel ist steingrau bis weiß, während die Unterschwanzdecken rostrot gefärbt sind.
Die Steuerfedern sind schwarz mit einer breiten, gelben Endbinde.
Die Flügel sind im Grund schwarzgrau gefärbt, während die großen Oberhand- und Oberarmdeckfedern weiß gesäumt sind. Die Handschwingen besitzen weißgelbe, dreieckige Spitzenbereiche, die Armschwingen unterdessen weißgelbe Außenkanten mit langen, rosa gefärbten Lackfahnen.

Die häufigste Stimmenäußerung ist ein klingelndes "Sirrrrrrrr".

habitat

Der Seidenschwanz bewohnt zur Brutzeit die Taigazone der nordwestlichen Hemispäre.
B. garrulus brütet in aufgelockerten sowie unterholzreichen Mischwaldbeständen mit Fichtendominanz, hier sehr gerne in Gewässernähe. Weiterhin werden trockene Birkenwälder (Skandinavien) sowie Lärchenbestände (Ostasien) besiedelt.

Während der Brutzeit (März bis September) ernährt sich der Seidenschwanz hauptsächlich von Insekten (zum großen Teil Fluginsekten).
Je weiter sich das Jahr ab Juni neigt, umso höher werden die pflanzlichen Bestandteile in der Nahrung.
Ob Obst wie Pflaumen, Birnen, Äpfel, Kirschen, Wilder Wein, zahllose Beerenarten - der Seidenschwanz ist hinsichtlich der Nahrung sehr vielseitig und und abwechslungsreich, selbst gegorenes Obst mit hohem Alkoholanteil wird über die große Leber schnell abgebaut.
Aufgrund des teils doch hohen Alkoholsanteils in den Früchten kann man u.U. bei günstiger Witterung betrunkene Seidenschwänze auf dem Erdboden hocken sehen.
Im Herbst und Winter besteht die Nahrung aus Beeren (Ebereschen-, Wacholder-, Mistel-, Schneeball-, Liguster- und Weißdornbeeren), Äpfeln und Birnen.

Immer wieder kommt es zu starken Wintereinflügen dieser Art nach Mittel- und sogar ins nördliche Südeuropa, wenn in Nord-(ost-)Europa besonders strenge Winter herrschen. Bei diesen Einflügen kann man dann große Trupps von Seidenschwänzen in Parks, Gärten, Straßenalleen, Friedhöfen und anderswo beobachten. Hier werden dann u.a. große Flächen von wildem Wein "abgeerntet". Sind diese Nahrungsvorkommen aufgebraucht, ziehen die "Plünderer" weiter zum nächsten Nahrungsvorkommen.

Diese Art hält sich zu den Sommermonaten (März/April bis August/September) in den Brutgebieten auf, von Oktober bis März weichen die Seidenschwänze dann der pflanzlichen Nahrung folgend immer weiter nach Süden/Südwesten aus.

distribution

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nordwestlichen Fenno-Skandinavien über Zentral-Sibirien weiter bis zum Ochotskischen Meer. Weiterhin ist die Art auch im Nordwesten des nordamerikanischen Kontinents vertreten. Besiedelt wird die komplette Taigazone der nordwestlichen Hemisphäre.

Derzeit gibt es zwei rezente Arten in drei Rassen von B. garrulus.

  • B. g. garullus (garullus-Typ) brütet von Fenno-Skandinavien bis West-Sibirien und überwintert in Südskandinavien und Zentraleuropa.
  • B. g. garullus (Zentral-Asien-Typ) brütet von Zentral-Sibirien bis zum Ochotskischen Meer und überwintert (süd-ostwärts bis Südchina und Japan in einem riesigen Gebiet.
  • B. g. pallidiceps brütet im Nordwesten des nordamerikanischen Kontinents und wandert dementsprechend weiter südwärts im Winter.

remarks

Bei dieser Art sind die großen Wanderungen in Schwärmen zu beachten.
In der Brutzeit findet man Federn dieser Art in den Brutgebieten, während man im Herbst und Winter hier vergeblich sucht.
Dafür kann man aber mit etwas Glück in Mitteleuropa auch mal eine Rupfung, ein verkehrsopfer oder ein Scheibenanflugopfer finden.

sources

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Seidenschwanz_(Art)
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Bohemian_waxwing
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Seidenschw%C3%A4nze
  • http://datazone.birdlife.org/species/factsheet/22708146
  • http://www.iucnredlist.org/details/22708146/0
  • http://www.xeno-canto.org/species/Bombycilla-garrulus
  • http://avibase.bsc-eoc.org/species.jsp?avibaseid=AEF821EC4625150E
  • http://www.hbw.com/species/bohemian-waxwing-bombycilla-garrulus#Taxonomy
  • http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/seidenschwanz.html
  • http://www.luontoportti.com/suomi/de/linnut/seidenschwanz
  • http://www.wisia.de
  • SVENSSON, GRANT, MULLARNEY, ZETTERSTRÖM: "Die Brutvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens" (KOSMOS-Verlag)
  • Robert März: Gewöll- und Rupfungskunde (2007), AULA-Verlag, 398 S.
  • Busching, Wolf-Dieter: Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde (2005), AULA-Verlag, 408 S.
  • Brown, Ferguson, Lawrence, Lees: Federn, Spuren und Zeichen der Vögel Europas: Ein Feldführer (Gebundene Ausgabe – April 2005, 4. Auflage, AULA-Verlag, 336 S.)
  • Lukas Jenni & Raffael Winkler: Moult and Ageing of European Passerines (Englisch) (Gebundene Ausgabe – 1. November 2011, Poyser-Verlag, 240 S.)
  • Lars Svensson: Identification Guide to European Passerines (British Trust for Ornithology, 1992 / 2006 Reprint, 368 Seiten)

conservation status

  • CITES
    not listed
  • Regulation (EG) Nr. 865/2006
    not listed
  • German Federal Nature Conservation Act §44
    protected