Menü

Alpenstrandläufer
Calidris alpina
Art der Scolopacidae

2. KJ
ad.

Die Handschwingen des Alpenstrandläufers sind leicht bräunlich dunkelgrau gefärbt. Die Innenfahne ist im unteren Bereich hellgrau aufgehellt. Proximal nimmt diese Aufhellung zu. Je nach Individdum ist die Innenfahne mittelgrau bis fast rein weiß eingefärbt. Die Kiele sind ab Beginn der Federstrahlen dunkel gefärbt im oberen Drittel rein weiß und in der Spitze wieder schwarz gefärbt. Die H10 sticht hervor durch ihren fast durchgängig weißen Kiel.

Die Armschwingen sind im unteren Teil rein weiß bis schmutzig grauweiß gefärbt. Im oberen Teil zeigt sich eine dunkelgraue, manchmal bräunlich verblasste, Fläche, welche sich in der Innenfahne zur Spitze hin verschmälert. Proximal nimmt die Größe dieser Fläche ab - die dunkle Färbung kann auch fast vollständig verschwunden sein. Ein Exemplar mit einer rein weißen Armschwinge konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden, ist aber sicher im Bereich des Möglichen. Die Schirmfedern sind schwarzbraun gefärbt mit einer cremefarbenen Säumung. Die Innenfahne ist im unteren Teil grau aufgehellt.
Die Schirmfedern können im Brut- bzw. Prachtkleid auf den Außenfahnen je nach Unterart beigefarben bis hellbraun bzw. dunkelbraun bis rostrot gesäumt sein.

Die Steuerfedern sind steingrau, teilweise leicht bräunlich gefärbt. Die Innenfahnenbasis ist weißlich aufgehellt. Der Kiel ist in der unteren Hälfte dunkelbraun bis schwarzbraun, im oberen Teil rein weiß gefärbt und läuft grau in die Spitze aus. Die Spitze ist fein weiß gesäumt, teilweise auch cremefarben. Die S1 ist deutlich dunkler gefärbt, die Außenfahne im oberen Bereich etwas heller. Die weiße Säumung ist vor allem auf der Außenfahne stark ausgeprägt. Längste Steuerfeder ist immer die S1, gefolgt von der S2 oder S6.
Die Steuerfedern können im Brut- bzw. Prachtkleid je nach Unterart beige über braun bis rostrot gesäumt sein.

Erwähnenswert sind weiterhin die schwarzbraunen GrAd mit einer breiten, weißen Terminalbinde. Die Außenfahne ist bei adulten Vögeln rein weiß bis hellgrau gesäumt. Bei juvenilen Vögeln ist diese oft cremefarben. Im Schlichtkleid ist die helle Färbung der Armschwingen leuchtend weiß, im Brutkleid etwas gräulicher.

Im Brut- bzw. Prachtkleid sind die Zentren der Rückenfedern dunkelgrau bis schwarz - das Rückengefieder weist dann je nach Unterart und Geschlecht breite, rötlichgelbe bis rötlichbraune bzw. mittel- bis dunkelbraune Säume auf.

Unterscheidung von anderen Strandläufern

Der Alpenstrandläufer überschneidet sich mit seinen Federmaßen lediglich mit dem Sanderling (Calidris alba) (Schnittmenge der längsten H ca. 85-102mm) und dem Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea) (Schnittmenge ca. 99-102mm Länge). Eine mögliche Überschneidung mit dem Meerstrandläufer (Calidris maritima) muss noch untersucht werden. Der Zwergstrandläufer (Calidris minuta) ist deutlich kleiner, der Knutt (Calidris canutus) deutlich größer.
Der Sanderling besitzt etwas ausgeprägtere Weißbereiche in den Schwingen und auch im Steuer. Die Steuerfedern sind generell etwas kontrastreicher gezeichnet. Ein gutes Unterscheidungskriterium bieten außerdem die Schirmfedern. Diese sind beim Alpenstrandläufer fein und gleichmäßig gesäumt, beim Sanderling etwas fleckiger, teils unterbrochen.
Der Sichelstrandläufer besitzt eine verwaschenere Zeichnung der Armschwingen. Gerade die inneren Armschwingen im Übergang in die Schirmfedern sind beim Alpenstrandläufer weiß gefärbt mit schmalen kräftig dunklen Zeichnungen, beim Sichelstrandläufer relativ gleichmäßiger graubraun gefärbt mit einem schmalen hellen Saum der Außenfahnenspitze. Das weiße Terminalband in den GrAd zieht sich am Kiel weiter in die Feder hinein.

Zur Mauser des Alpenstrandläufers

Die Mauser vollzieht sich gewöhnlich an störungsarmen und nahrungsreichen Mauserplätzen. Abhängig von der geographischen Lage des Brutareals liegt das Mausergebiet noch im Brutareal oder im Überwinterungsgebiet. An den Rastplätzen wie der Ostseeküste in der Nähe von Gdansk, an denen sich Alpenstrandläufer für einige Tage während ihres Zuges einfinden, werden jedoch auch immer wieder Alpenstrandläufer gefangen, die sich in aktiver Mauser befinden. Daraus wird geschlossen, dass Alpenstrandläufer auch während der Mauser zumindest kurze Strecken ziehen und mitunter vor dem Erreichen der Überwinterungsplätze ihre inneren Handschwingen durchmausern.
Jungvögel wechseln das erste Mal gegen Ende des Sommers in das erste Ruhekleid. Sie weisen teilweise noch bis Ende November ein Mischgefieder auf.

Allgemein zur Gattung Calidris

Die Flügel sind relativ spitz aufgebaut. Längste Handschwinge ist die H9 oder H10, manchmal beide gleichermaßen. Durch ein zweites Maximum in den Schirmfedern (A12) bildet der Flügel eine klare konkave Form.
Jungvögel mausern im ersten Herbst lediglich Körperfedern, einige Flügeldecken sowie einige Schirmfedern. Adult- sowie Jungvögel führen im Februar bis April eine Teilmauser durch bei der durch den Wechsel von Körperfedern sowie einigen mittleren Armdecken der Übergang ins Brutkleid erfolgt. Vögel im zweiten Kalenderjahr sind nun oft auch an stärker abgetragenen Schwingen zu erkennen. Im Spätsommer mausern die Vögel durch eine Vollmauser ins Schlichtkleid.

Feder Nummer längste
Handschwinge 10 pro Flügel 87.5 - 95.5mm n=34
H9 (82%) H10 (18%)
Armschwinge 16-17 pro Flügel 69.5 - 79.5mm n=32
A12 (97%) A13 (3%)
Steuerfeder 12
51.5 - 58.0mm n=27
S1 (100%)
Anmerkungen zu Vermessungsdaten

Anzahl der Individuen n

Für die Statistik der längsten Federmaße verwenden wir nur die Daten von Vögeln, bei denen die größten Federn vorliegen. Eine abgebrochene, fehlende oder im Wachstum befindliche Feder, welche potentiell die längste sein könnte disqualifiert das Individuum für die Vermessung. Ebenso werden keine Hybriden in die Statistik eingerechnet. Vögel verschiedenen Alters (z.b. junge und adulte Spechte), Geschlechts (z.b. männlicher und weiblicher Sperber) und Unterarten werden jedoch gleichermaßen im Diagramm genutzt und können so zu einem sehr großem Variationsbereich führen. Je größer die Anzahl an vermessenen Individuen ist, desto genauer ist die Angabe des Variationsbereichs. Sehr kleine Datensätze von einem oder nur ein paar Vögeln führen nur zu näherungsweisen Ergebnissen

Vermessungsmethode

Die Federn werden digital über den Scan vermessen. Dabei wird eine ventrale Krümmung der Federn für die Vermessung geradegezogen, eine kaudale Krümmung jedoch nicht! Vermessen wird vom Anfang der Spule bis zur größten Ausdehnung der Feder. Dies muss nicht immer zwingend der Kiel sein, sondern können (z.b. bei Ammern Armschwingen) auch die Federstrahlen sein. Besondere Ausprägungen wie z.b. die Wachsplättchen beim Seidenschwanz werden in der Vermessung ausgelassen.

Prozentangaben

Die Prozentangaben der einzelnen Federn wie z.b. H5 besagen wie groß der Anteil unter den Individuen ist, bei denen diese Feder die längste ihrer Art ist. Diese Angabe sollte immer in Verbindung mit der Gesamtanzahl der vermessenen Vögel betrachtet werden. Eine Angabe von 100% bei fünf Individuen ist keine Garantie dafür, dass diese Feder wirklich immer die längste ist.

2. KJ
2. KJ
ad.
ad.
ad.
Beleggalerie

Länderzuweisungen

heimisch

Afghanistan · Albania · Algeria · Armenia · Austria · Azerbaijan · Bahrain · Bangladesh · Belarus · Belgium · Bulgaria · Burkina Faso · Cabo Verde · Canada · China · Côte d'Ivoire · Croatia · Cyprus · Czechia · Denmark · Djibouti · Egypt · Eritrea · Estonia · Ethiopia · Faroe Islands · Finland · France · Gambia · Georgia · Germany · Greece · Greenland · Guam · Guinea · Guinea-Bissau · Hong Kong · Hungary · Iceland · India · Iran, Islamic Republic of · Iraq · Ireland · Israel · Italy · Japan · Jordan · Kazakhstan · Korea, Democratic People's Republic of · Korea, Republic of · Kuwait · Kyrgyzstan · Latvia · Lebanon · Liberia · Libya · Lithuania · Luxembourg · Maldives · Mali · Malta · Mauritania · Mexico · Micronesia, Federated States of · Moldova, Republic of · Montenegro · Morocco · Nepal · Netherlands · North Macedonia · Northern Mariana Islands · Norway · Oman · Pakistan · Palau · Palestine, State of · Poland · Portugal · Qatar · Romania · Russian Federation · Saint Pierre and Miquelon · Saudi Arabia · Senegal · Serbia · Sierra Leone · Singapore · Slovakia · Slovenia · Somalia · South Sudan · Spain · Sri Lanka · Sudan · Svalbard and Jan Mayen · Sweden · Switzerland · Syrian Arab Republic · Taiwan, Province of China · Tajikistan · Thailand · Tunisia · Türkiye · Turkmenistan · Ukraine · United Arab Emirates · United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland · United States of America · Uzbekistan · Viet Nam · Yemen ·

präsent - Ursprung unsicher

United States Minor Outlying Islands ·

Ausnahmegast

Antigua and Barbuda · Australia · Bahamas · Barbados · Belize · Benin · Bermuda · Bosnia and Herzegovina · Brunei Darussalam · Burundi · Cameroon · Cayman Islands · Chad · Congo, The Democratic Republic of the · Costa Rica · Cuba · Dominica · Dominican Republic · Ecuador · French Guiana · Ghana · Gibraltar · Guadeloupe · Guatemala · Jamaica · Kenya · Lao People's Democratic Republic · Liechtenstein · Malaysia · Martinique · Mongolia · Montserrat · New Zealand · Nicaragua · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Philippines · Puerto Rico · Saint Kitts and Nevis · Saint Lucia · Saint Vincent and the Grenadines · Togo · Turks and Caicos Islands · Uganda · Venezuela, Bolivarian Republic of · Virgin Islands, British · Virgin Islands, U.S. · Western Sahara ·

Regenpfeiferartige

Merkmale

Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina) erreicht eine Körpergröße von 16 bis 22cm, damit erreicht die Art etwa die Größe eines Stares (Sturnus vulgaris). Das Gewicht variiert zwischen 33 und 85g, und die Flügelspannweite misst 32 bis 40cm.
Es besteht ein leicht ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus - Männliche Alpenstrandläufer sind etwas bunter gefärbt als die weiblichen Gegenstücke, zudem sind Weibchen leicht größer und schwerer als adulte Männchen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Alpenstrandläufern 5,4 Jahre - wobei Männchen im Durchschnitt 8,6 Jahre alt werden, Weibchen hingegen nur 3,9 Jahre. Die Tiere können aber deutlich älter werden - das älteste, beringte Individuum war zum Zeitpunkt des Ringfunds 24 Jahre alt.

Alpenstrandläufer im Brutkleid

Calidris alpina weist einen schwach ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf, der allerdings nur bei Vögeln im Brutkleid erkennbar ist. Die Scheitelfedern sind bei beiden Geschlechtern dunkelbraun bis schwarz, mit rötlich braunem Saum. Der Nacken ist bei den Weibchen braun, bei Männchen hingegen gräulich bis hellgrau. Die Kopfseiten der Männchen sind sehr variabel, beispielsweise fast vollständig weiß oder braun gestreift. Bei Weibchen sind diese meist in einem Braunton gehalten.
Das Rückengefieder ist dunkelgrau bis schwarz, seitlich weisen die Federn breite rötlichgelbe bis rötlichbraune Säume auf. Kehle und Brust sind weiß gefärbt und mit einem dünnen braunschwarzen Längsstreifen versehen. Die Flanken sind ebenfalls hell und weisen dunkelbraune Flecken auf, der Bauch ist einfarbig schwarz. Die Handschwingen sind matt und von dunkelbrauner Farbe, die Armschwingen weisen dieselbe Färbung auf - können aber auch gräulicher sein - und besitzen an der Spitze einen weißen Saum.

Calidris alpina im Schlicht- oder Ruhekleid

Im schlichteren Ruhekleid fehlen die rötlichen bis rotbraunen Säume auf der graubraunen bis rauchgrauen Körperoberseite. Aufgrund der dunklen Federschäfte wirken Scheitel und Teile des Rückens fein gestrichelt. Das Kinn und die Kehle sind weiß, mit mehr oder weniger deutlicher Längsstrichelung. Das Gefieder des oberen Brustteiles ist graubraun mit dunklen Schaftstreifen, die übrige Brust sowie der Bauch sind weiß.

Bestimmung der Jungvögel

Die Jungvögel weisen eine weiße Körperunterseite auf, nur die Brust ist gelblich-beige gefärbt. Die Kopfseiten weisen dieselbe Färbung auf, nur die Wangen sind etwas aufgehellt. Das Oberkopf- und Rückengefieder der Jungvögel ist gelb-braun und schwarz-braun gemustert. Vom oberen Schnabelansatz zum Scheitel verläuft ein schwarzer Streifen, Zügel und Bartstreif sind sehr schmal, der Nacken von dunkler Farbe.

Unterscheidung der Unterarten

An den europäischen Küsten überwintern insgesamt drei Subspecies - C. a. alpina, C. a. arctica sowie C. a. schinzii. Aus diesem Grund beschränken wir uns hier auf die Beschreibung dieser drei Unterarten.

C. a. alpina

Die Nominatform besitzt den längsten Schnabel der drei o.g. Unterarten, und ist am intensivsten rostrot gefärbt im Brutkleid. Der schwarze Fleck an Brust und Bauch ist bei dieser Unterart am intensivsten ausgebildet. Aufgrund des langen Schnabels ähnelt diese Unterart dem Sichelstrandläufer (C. ferruginea), der etwas größer als alpina ist.

C. a. arctica

Die arktische Subspecies des Alpenstrandläufers besitzt im Vergleich zu den beiden anderen behandelten Unterarten die matteste Färbung im Prachtkleid - statt rostrot ist sie eher recht dunkelbraun gefärbt. Zudem ist der Schnabel bei dieser Unterart im Verhältnis zu den anderen Subspecies am kürzesten ausgeprägt. Aufgrund des kurzen Schnabels ähnelt arctica dem kleineren Zwergstrandläufer C. minutus.

C. a. schinzii

Diese Unterart besitzt eine matte, dunkel rostfarbene Rückenzeichnung im Brutkleid. Der Schnabel ist bei schinzii intermediär zwischen alpina und arctica ausgeprägt.

Lautäußerungen

Der Ruf des Alpenstrandläufers wird als leises und raues “trüüh“ oder “kirrrp“ beschrieben.

Habitat & Biologie

Während der Brutzeit besiedelt der Alpenstrandläufer verschiedenste Offelandhabitate wie z.B. Schlammflächen, Moore, Heidegebiete, Tundren und Salzwiesen. Die Art ist streng an das Vorhandensein von Feuchtgebieten und offenen Wasserbereichen gebunden.
Die wenigen mitteleuropäischen Brutgebiete befinden sich an Nord- und Ostsee direkt an den Küsten auf kurzrasigen Wiesen, zumeist Salzwiesen und -weiden. Den flächenmäßig wichtigsten Lebensraum nehmen allerdings die Tundren ein, wo Calidris alpina in der Nähe von Flüssen, Feuchtwiesen, Tümpeln, Torfmooren usw. brütet. Im Norden Alaskas brüten die Vögel überwiegend in der flachen und feuchten Tundra in der Nähe der Küste.
Im Winter halten sich Alpenstrandläufer in der Regel in den Gezeitenzonen der Küstengewässer, an küstennahen Überschwemmungsbereichen und an Flussmündungen auf.

Calidris alpina ernährt sich ausschließlich von tierischer Nahrung - dazu zählen Insekten und deren Entwicklungsformen, Spinnentiere, Schnecken, Muscheln, Würmer, kleine Krebstiere sowie andere Kleinsttiere. In den Tundragebieten und küstennahen Feuchtwiesen stellen während der Brutzeit die Larven und Imagines von Schnaken und Mücken den Hauptanteil der Nahrung.
Die Beute wird mit dem langen Schnabel aus Wasser und Schlamm gestochert. Besonders die Jungvögel sind auf leicht zu erbeutende und energiereiche Nahrung angewiesen. Sie können mit dem Schnabel noch nicht im Boden stochern und picken daher die Beute von Pflanzen und Boden.

Die Geschlechtsreife tritt bei beim Alpenstrandläufer am Ende des ersten Lebensjahres ein, oftmals findet die Erstbrut aber erst im zweiten Jahr statt. Die Eiablage erfolgt in den nördlichen Brutgebieten im Juni bis Juli, in den südlicheren Arealen bereits Ende April bis Mai. Alpenstrandläufer tätigen eine Jahresbrut.
Das Nest wird gut versteckt in dichter Vegetation in einer flachen Mulde aus Pflanzenteilen gebaut.
Eine Brut besteht in der Regel aus vier Eiern, die in einem Abstand von 30 bis 36 Stunden nacheinander gelegt werden. Beide Elterntiere bebrüten das Gelege, nach 21 bis 22 Tagen schlüpfen die Küken. Die Jungvögel werden überwiegend mit Insekten gefüttert. Alpenstrandläufer sind Nestflüchter, die ihr Nest bereits am ersten oder zweiten Tag verlassen und dann von den Eltern geführt werden. Die Flugfähigkeit erreichen die Küken nach etwa drei Wochen.

Der Alpenstrandläufer nutzt je nach Verbreitung verschiedene Zugstrategien und -wege. Einige Populationen sind Kurzstreckenzieher, andere hingegen Langstreckenzieher, die ohne Rast weite Strecken zurücklegen. So ziehen beispielsweise die Alpenstrandläufer, die in Grönland brüten, über Island, Großbritannien und Irland nach Westafrika. Die Brutvögel Sibiriens finden sich entweder im Ost- oder Nordseeraum ein und überwintern in einem Gebiet, das von den Niederlanden bis nach Großbritannien und Irland reicht, einige ziehen auch über Russland und die Ukraine in den Schwarzmeerraum bis nach Vorderasien. Die Brutvögel Alaskas und Kanadas ziehen hingegen oftmals nur kurze Strecken entlang der Pazifikküste.

Verbreitung

Alpenstrandläufer kommen in weiten Teilen der Nordhalbkugel, vom Nordrand der gemäßigten Breiten bis zu den arktischen Tundren, vor. Die Brutgebiete erstrecken sich zirkumpolar von Island, dem nördlichen Skandinavien über Russland bis nach Kamtschatka, Alaska, Kanada und Grönland.
Die Winterquartiere befinden sich in den gemäßigten bis mediterranen und subtropischen Zonen der nördlichen Halbkugel. Zu den Überwinterungsgebieten zählen neben den Küsten vom Nordwesten Europas bis zum Westen Afrikas auch der Mittelmeerraum, die südlichen Küsten Asiens und der Westen Nordamerikas. Das Binnenland meidet die Art weitestgehend. In Mitteleuropa überwintern drei Unterarten des Alpenstrandläufers: C. a. alpina, C. a. arctiva und C. a. schinzii.

Der Alpenstrandläufer wird laut HBW in 10 Unterarten mit folgender Verbreitung unterteilt:

  • Calidris. a. alpina (Nominatform): Nord-Skandinavien und Nord-Russland bis in den Osten zur Taimyr-Region und dem Jenissei. Überwinterung in Westeuropa und in der Mittelmeerregion bis nach Nordwest-Indien.
  • Calidris a. arctica: Nordost-Grönland. Überwinterung überwiegend in Nordwest-Afrika.
  • Calidris a. schinzii: Südost-Grönland, Island, Färöer Inseln, Norden der Britischen Inseln bis in die Ostsee-Region und den Süden Skandinaviens. Überwinterung in Südeuropa und Nordwestafrika.
  • Calidris a. centralis: Nordost-Sibirien von der Taimyr-Halbinsel bis ins Kolyma-Delta. Überwinterung in der östlichen Mittelmeerregion, dem Roten Meer bis ins südliche Asien.
  • Calidris. a. sakhalina: Der Fluss Kolyma bis zur Tschuktschen-Halbinsel und der Anadyr-Region. Überwinterung in Ost-China, Korea, Japan und Taiwan, evtl. zu geringen Zahlen auch im Westen Nord Amerikas.
  • Calidris. a. actites: Norden von Sachalin. Überwinterung vermutlich im Osten Asiens.
  • Calidris a. kistchinski: Vom Norden des Ochotskischen Meeres und des Koryak-Gebirges über Kamtschatka bis zu den nördlichen Kurilen. Überwinterung in Ost-Asien.
  • Calidris a. arcticola: Nordwest-Alaska und Nordwest-Kanada. Überwinterung im östlichen China, Korea und Japan.
  • Calidris a. pacifica: Südwest-Alaska. Überwinterung im Westen der USA und West-Mexiko.
  • Calidris a. hudsonia: Zentral-Kanada vom Süden der Victoria Insel bis in den Südwesten der Hudson Bay. Überwinterung an den Küsten der östlichen USA und eventuell auch Ost-Mexiko.

Die Gesamtpopulationen der in Europa vorkommenden Unterarten betragen für C. alpina alpina über 1,5 Millionen Individuen, für C. alpina arctica rund 15000 Individuen (1989) und für C. alpina shinzii über 821,000 Individuen (1989).

Bemerkungen

Die IUCN / BirdLife International stuft den Alpenstrandläufer als "LC = Least Concern" (Nicht Gefährdet) ein, allerdings nehmen die Bestände kontinuierlich ab, außerdem wird für die Art ein großer Arealverlust infolge der Klimaerwärmung prognostiziert. Forscher, die die zukünftige Arealausbreitung auf Basis von Klimamodellen untersuchten, gehen davon aus dass in etwa 100 Jahren weite Teile des aktuellen Verbreitungsgebietes nicht mehr den Lebensraumapsrüchen der Art entsprechen. Der mitteleuropäische Brutbestand wird nach diesen Prognosen völlig erlischen und Teile Irlands, Englands, Skandinaviens, der baltischen Staaten und Russlands nicht mehr besiedelt sein. Franz-Josef-Land, Spitzbergen und Nowaja Semlja könnten als Lebensraum zwar neu besiedelt werden, dies gleicht den Flächenverlust jedoch nur zu etwa 56% aus.

Schutzstatus

  • WA
    nicht gelistet
  • Verordnung (EG) Nr. 865/2006
    nicht gelistet
  • Bundesnaturschutzgesetz §44
    streng geschützt