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Teichrohrsänger
Acrocephalus scirpaceus
Art der Acrocephalidae


Abb.. 951 © Alexander Haase

Abb.. 521 © Kristin Schwenk
ad.
juv.

Der Teichrohrsänger ist eine kleine Art der Familie der Rohrsängerartigen.
Die Hand- und Armschwingen sind graubraun mit warmbrauner Außenfahne. Die Innenfahne ist weißlich aufgehellt. Die Außenfahnen der Handschwingen sind - für Rohrsänger typisch - kaum verengt. Lediglich H7 und H8, manchmal H6, zeigen undeutliche partielle Verengungen der Außenfahnen. Längste Handschwinge ist in der Regel die H8.
Die Steuerfedern sind ebenfalls mittel- bis graubraun gefärbt. Die S1 ist meist längste Steuerfeder, alle weiteren verkürzen sich nach außen. Die äußeren Steuerfedern zeigen eine manchmal undeutliche helle Umrandung der Spitze, vor allem auf der Außenfahne.
Die OSD sind cremefarben bis fast rein weiß und in Relation zu den Steuerfedern recht lang. Sie besitzen jedoch keinen dunklen Schaftstrich wie Schwirle (Locustella species).
Eine detailierte Gegenüberstellung von Teich- und Sumpfrohrsänger kann in der Rubrik Vergleiche gefunden werden.

Nummer längste Längenverteilung der längsten Handschwinge kleinstes Individuum größtes Individuum
Handschwinge 10 pro Flügel 53.5 - 59.5mm n=40
H8 (73%) H8=H7 (25%) H7 (3%)
2225 3675
Armschwinge 9 pro Flügel 43.5 - 49.0mm n=40
A1 (75%) A1=A2 (23%) A2 (3%)
3539 10662
Steuerfeder 12
51.0 - 60.5mm n=34
S2 (29%) S1 (21%) S2=S3 (12%) S1=S3 (9%) S1=S2 (9%) S3 (9%) S1=S2=S3 (6%) S1=S4 (3%) S1=S3=S4 (3%)
1102 3675
Flügellänge1 Handflügelindex1,2 (HWI) Handschwingenindex Verhältnis Flügellänge/ längste H Verhältnis Handflügel-/ Handschwingenindex
57 - 71mm n=22 17 - 28% n=20 15 - 22% n=40 Keine Daten verfügbar Keine Daten verfügbar
Details

Die Flügellänge berechnet sich aus der Länge des Flügels gemessen vom Carpalgelenk bis zur Spitze der längsten Handschwinge. Der Flügel wird dabei angewinkelt und die Handschwingen maximal gestreckt und flachgedrückt (Methode Kleinschmidt)

Kombinierte Daten aus:
Avonet1: 57 - 71mm n=22

Der Handflügelindex, wie er 1959 von Friedrich A. Kipp vorgestellt wurde, wird berechnet aus dem Verhältnis von Handlänge (Differenz zwischen längster Handschwinge und äußerster Armschwinge) und der gesamten Flügellänge.

Kombinierte Daten aus:
Avonet1: 17 - 28% n=20,
Der Handschwingenindex wird berechnet aus dem Verhältnis von längster Handschwinge zur ersten (äußersten) Armschwinge. Es ist das Equivalent zum Handflügelindex für Federmaße. Das Verhältnis der Flügellänge zur längsten Handschwinge erlaubt es Bestimmungsmerkmale, die auf einem der beiden Werte basieren, in den jeweils anderen Wert umzurechnen. Das Verhältnis Handflügel-/Handschwingenindex erlaubt es die Werte eines Verfahrens in die jeweils anderen Werte näherungsweise umzurechnen und für Bestimmungen zu verwenden.
1 Tobias, J. A., et al. (2022). AVONET: morphological, ecological and geographical data for all birds.
2 Kipp, Friedrich A.: "Der Handflügel-Index als flugbiologisches Maß", erschienen in "Vogelwarte - Zeitschrift für Vogelkunde", 1959, Band 20, Heft 1



1. KJ
juv.
Beleggalerie

Länderzuweisungen

rezent

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Quelle: IUCN 2025. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2025-1 <www.iucnredlist.org>
Datenerhebung: |

Sperlingsvögel

Merkmale

Der Teichrohrsänger ist etwa 13cm groß und wiegt 10 bis 15g. Die Flügelspannweite beträgt 17 bis 21cm. Die Art weist keinen Geschlechtsdimorphismus auf.

Scheitel, Nacken und Rücken sind einheitlich hellbraun gefärbt, bei Jungvögeln ist dieses Gefieder noch eher rotbraun. Schultern, sowie Arm- und Handschwingen sind bei Acrocephalus scirpaceus ebenfalls braun. Der Bürzel ist rotbraun, das braun gefärbte Steuer ist gerundet, die Unterschwanzdecken sind beige bis weißlich. Die Unterseite des Vogels (Kehle bis Bauch) ist weißlich bis cremefarben, die Flanken sind gelbbräunlich. Der Schnabel ist schlank und spitz, oberseits graubraun gefärbt, die Unterseite ist in der Regel etwas heller.
Der nah verwandte Sumpfrohrsänger kann feldornithologisch nur anhand des Gesangs sicher bestimmt werden.

Der Gesang des Teichrohrsängers ähnelt dem des Drosselrohrsängers, wird allerdings viel leiser vorgetragen. Charakteristisch ist das gleich bleibende Tempo des Gesangs, auch Tonhöhenbewegungen sind nur gering und die Pausen zwischen den Elementen sind immer gleich lang. Einzelne Elemente und Kombinationen werden mehrmals wiederholt z.B. „zick zick zick – uit uit uit – tiri tiri tiri…“. Der Alarmruf ist ein kurzer, knarrender Laut.

Mehr als 75% der Teichrohrsänger sterben im ersten Lebensjahr, allerdings können die Vögel in Einzelfällen über 12 Jahre alt werden. Ein beringter Vogel aus Großbritannien wurde nach 12 Jahren und 10 Monaten kontrolliert.

Da sich die Gesänge von Teichrohrsänger und Drosselrohrsänger (A. arundinaceus) ähneln, kommt es gelegentlich zur Hybridisierung zwischen beiden Arten.

Habitat & Biologie

Der Teichrohrsänger besiedelt Schilf- und Röhrichtbestände, vornehmlich an Stillgewässern. Mehrjährige Bestände mit einer hohen Halmdichte, Altschilf und einer Knickschicht im unteren Drittel werden bevorzugt angenommen.
Die Art kommt auch in Mischbeständen mit Rohrkolben oder in reinen Rohrkolbenbeständen vor, allerdings werden Schilfbestände deutlich häufiger besetzt. Ausschlaggebend für die Besiedlung während der Brutzeit ist das Vorhandensein eines Gewässers. Landröhrichte besiedelt der Teichrohrsänger nicht - wohingegen in seltenen Ausnahmefällen durchaus auch Büsche, Jungbäume und ähnliche Strukturen an Gewässern durchaus für den Balz- und Reviergesang genutzt werden.

Acrocephalus scirpaceus ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Wirbellosen, einen großen Anteil bilden dabei Insekten und deren Entwicklungsstadien, Schnecken und Spinnen. Gelegentlich verzehrt der Teichrohrsänger auch Sämereien und Früchte.
Der Teichrohrsänger sucht zur Nahrungssuche Pflanzen innerhalb des Röhrichts und der angrenzenden Gebüschzone ab.

Die Geschlechtsreife tritt beim Teichrohrsänger am Ende des ersten Lebensjahres ein.
Die Vögel führen eine monogame Saisonehe, bei hoher Siedlungsdichte kann es allerdings auch zu Umverpaarungen kommen. Die Art brütet oft zweimal im Jahr, Nachgelege nach Brutverlust sind üblich, da der Gelegeverlust bei der Art recht hoch ist (ca. 55%).
Die Brutzeit beginnt Mitte Mai und endet Mitte September. Die Vögel kehren Ende April aus den Überwinterungsgebieten zurück und beginnen bald darauf mit dem Nestbau. Der Nistplatz wird vom Weibchen ausgewählt und befindet sich in der Regel in 60 bis 80cm Höhe - das Nest wird um Schilfhalme herumgeflochten.
Das Gelege besteht meist aus 3-5 Eiern, Zweitgelege sind meist kleiner. Die Brutzeit dauert 10 bis 13 Tage. Die Küken werden nach dem Schlupf von beiden Partnern gefüttert. Nach etwa 9 bis 13 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, sie werden aber noch zwei weitere Wochen von den Altvögeln versorgt.

Der Teichrohrsänger ist ein Langstreckenzieher. Die Brutgebiete werden zwischen Ende Juli bis Ende September verlassen. Die Art zieht nachts und überwintert südlich der Sahara, dabei legt sie etwa 6.000km zurück.

Verbreitung

Beim Teichrohrsänger werden keine Unterarten unterschieden.

Bemerkungen

Die IUCN / Birdlife International stuft Acrocephalus scirpaceus als "LC = Least Concern" - also als "Nicht gefährdet" ein. Die Art hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und die Bestände sind stabil, so dass das Kriterium (>30% Rückgang der Bestände in zehn Jahren oder innerhalb von drei Generationen) zur Einstufung in eine höhere Gefährdungskategorie nicht erfüllt wird.

Der Teichrohrsänger war Vogel des Jahres 1989. Die Art ist in Deutschland zwar keine bedrohte Art, steht aber - als streng an Röhrichte gebundene Vogelart - für eine ganze Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren.
Acrocephalus scirpaceus ist vor allem durch Entwässerungsmaßnahmen, Uferverbauungen und Eutrophierung der Gewässer bedroht.
Der Teichrohrsänger soll stellvertretend für den Erhalt und Schaffung von Feuchtgebieten, die Verbesserung der Gewässerqualität und den reduzierten Eintrag von Düngern, Phosphaten und Bioziden stehen.

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Teichrohrs%C3%A4nger
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Eurasian_reed_warbler
  • http://www.xeno-canto.org/species/Acrocephalus-scirpaceus
  • http://datazone.birdlife.org/species/factsheet/22714722
  • http://www.iucnredlist.org/details/22714722/0
  • http://avibase.bsc-eoc.org/species.jsp?avibaseid=5C17300BC4B0B134
  • http://avibase.bsc-eoc.org/species.jsp?avibaseid=4B3E6D256004B252
  • http://www.hbw.com/species/eurasian-reed-warbler-acrocephalus-scirpaceus
  • http://birdlife.se/acrocephalus-scirpaceus/
  • http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/teichrohrsaenger.html
  • https://www.britannica.com/animal/reed-warbler-bird-species-Acrocephalus-scirpaceus
  • https://www.birdguides.com/species/species.asp?sp=136089
  • http://bd.eionet.europa.eu/article12/static/factsheet/acrocephalus-scirpaceus.pdf
  • http://eol.org/pages/1052563/overview
  • http://www.ornisfennica.org/pdf/latest/6Halupka.pdf
  • http://www.zin.ru/journals/aeb/pdf/Chernetsov_1999_3_AEB.pdf
  • http://www.uni-heidelberg.de/institute/fak14/ipmb/phazb/pubwink/1997/3.%201997.pdf
  • http://www.wisia.de
  • Steffens, R.; Nachtigall, W.; Rau, S.; Traap, H. & Ulbricht, J. (2013): Brutvögel in Sachsen. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden, 656 S.
  • Svensson, L.; Mullarney, K. & Zetterström D. (2011): Der Kosmos Vogelführer - Vögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens (2. Auflage). Kosmos Verlag, Stuttgart, 400 S.
  • Robert März: Gewöll- und Rupfungskunde (2007), AULA-Verlag, 398 S.
  • Busching, Wolf-Dieter: Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde (2005), AULA-Verlag, 408 S.
  • Brown, Ferguson, Lawrence, Lees: Federn, Spuren und Zeichen der Vögel Europas: Ein Feldführer (Gebundene Ausgabe – April 2005, 4. Auflage, AULA-Verlag, 336 S.)

Schutzstatus

  • Washingtoner Artenschutzübereinkommen
    nicht gelistet
  • Verordnung (EG) Nr. 865/2006
    nicht gelistet
  • Bundesnaturschutzgesetz §44
    besonders geschützt